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Vier Frauen im Vierten. Teil 2 (2022)

Idee und Konzept: Susanne Abbrederis und Doris Weiner
Projektleitung und Lesungen: Doris Weiner
Recherche und Texte: Angela Heide
Musikalische Auswahl und Klavierbegleitung: Christo Popov und Ekaterina Wladigerova
23. August bis 1. September, jeweils 19 Uhr
Bibliothek der AK Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22, 1040 Wien

Ein Projekt von Kultur in Echtzeit in Kooperation mit artminutes/Angela Heide
Im Rahmen des Wiedner Kultursommers
Dank an die Bezirksvorstehung Wieden und Lena Halbwiedl sowie die AK Wien
Gefördert von der BV Wieden

In der Saison 2020-2021 initiierten Publikumsliebling Doris Weiner (Volkstheater, Theater in den Bezirken) und Dramaturgin Susanne Abbrederis die Reihe Vier Frauen im Vierten. Ausgangspunkt war die neue Dauerausstellung der Bezirksvorstehung Wieden
Frauenspuren auf der Wieden, die sich starken "Wiedner" Frauen aus der Geschichte der Stadt Wien widmet. Frauen, die aus unterschiedlichsten familiären und gesellschaftlichen Hintergründen stammten, unterschiedliche Ausbildungen genossen und vor allem in den diversesten Disziplinen tätig wurden - alle waren auf ihre je spezifische Weise eminente Persönlichkeiten, die sich für Menschlichkeit, Gerechtigkeit, Humanität, für den Zugang zu Bildung und Wissenschaft, für existenzielle Aufstiegsmöglichkeit abseits "gegebener" Chancen und Möglichkeiten, gegen Menschenhass und Verfolgung und für die Kraft der Kunst einsetzten. Sie wurden auf der Wieden geboren oder wuchsen hier auf, zog hierher, wirkten - und starben hier. Unter ihnen Adelheid Popp und Dorothea Neff, denen sich Abbrederis und Weiner unter anderen in ihren Hommagen 2021 widmeten. Die vier ersten Lesungen fanden noch zu Lebzeiten von Susanne Abbrederis im Sommer 2021 vor einem begeisterten Publikum und unter Einhaltung allen Covid-19-Vorgaben an zwei wunderbaren Locations des Bezirks Wieden statt. Und so wurde auch, dank der unglaublich starken und positiven Resonanz von allen Seiten, für 2022 die Fortsetzung der Reihe geplant und begonnen.
Im November 2021 ist Susanne Abbrederis plötzlich und unerwartet gestorben.
Ihr Abschied hat vor allem eine schmerzliche Lücke im Leben jener, mit denen sie befreundet war und gearbeitet hatte, gerissen. Und so war es Doris Weiner ein Anliegen, die Reihe in Erinnerung an ihre langjährige Wegbegleiterin aktiv fortzusetzen. Dass sie mich gefragt hat, sie auf diesem Weg 2022 zu begleiten, war und ist eine große Freude und Ehre! Und so haben wir bald nach Susannes Tod begonnen, ganz in ihrem Sinne zu recherchieren, zu formulieren und zu schreiben. Die vier Frauen der Wieden, denen wir die diesjährige Lesereihe widmen, sind: Wanda Lanzer, Irene Harand, Edith Tudor-Hart und Broncia Koller-Pinell. Wir erzählen, mal stärker biografisch, mal mit zahlreichen eigenen Texten dieser Frauen, mal mit den Mitteln der Literatur und bildenden Kunst über deren Leben und Wirken.
Die Arbeit an diesem Projekt, für das ich für die Recherchen und die Texterstellung verantwortlich zeichne, war so intensiv wie berührend und vor allem unglaublich bereichernd. Ich habe vier Frauen kennengelernt, die ich zum Teil bis dahin nur peripher kannte, zum Teil auch gar nicht. Was ich kennenlernen durfte, hat mich aber begeistert und teilweise überwältigt.
Eine unermüdliche Volksbildnerin, eine leidenschaftliche Kämpferin gegen Hitler, eine sozialkritische Fotografin und politische Aktivistin und eine Künstlerin, die sich zu ihrer Zeit als nahezu einzige Frau aktiv in die "Männerdomäne" bildende Kunst einschreiben konnte: bewegende, anstrengende, oft auch an die Grenzen gehende Leben. die Wien und der Wieden auf so vielfältige Weisen begegnet sind.

Wir freuen uns, dieses Projekt in Erinnerung an unsere ebenso leidenschaftliche wie liebenswerte Kollegin weiterführen zu dürfen - und vor allem: auf euren Besuch!