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Ähnlichkeiten mit realen Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt!!! Der gute Gott der Kunst Er ist da. Der Held. Der Heroe. Hero. Der Gott. Der Kunstgott. Endlich da. Endlich angekommen. Endlich in dieser Stadt, die so sehr nach Göttern sucht, die sich so sehr, immer schon, nach Göttern sehnt. Endlich ist er da. Lange haben wir gewartet. Auf ihn. IHN. Er macht alles besser. Macht diese Welt besser. Heilt uns. Ja, er heilt uns. Macht und heil. Macht uns hei, auch wenn ich grad nicht weiß, wie ich das schreiben muss, nein soll, nein darf, weil hei, heil Held, heil Hero. Wir sind glücklich, dass du da bist. Dankbar und froh. Endlich sagt uns einer, wie es lang geht, in der Kunst lang geht, wie wir denken, sehen, feiern sollen. Unprätentiös ist er, und unnervös, immer ruhig, wir wollen keine Klischees anbringen, nein, wirklich nicht, aber irgendwie, irgendwie hat das sicher mit seiner Herkunft zu tun, da ist es sicher, da ist es schön, da ist man menschenlieb, da kommt er her und kommt zu uns und liebt uns und liebt uns alle und liebt seine Feinde, nein, die hat er nicht, ein Held hat keine – nein, das stimmt nun auch nicht, aber tragischer Held ist er keine, will er nicht sein, er will Sieger sein, Held und Sieger und Beweiser und Liebhaber, Liebhaber von uns allen, weil er uns liebt und uns bekehrt. Muss er aber gar nicht, weil ihm eh alle zufliegen, alle Herzen und die Geldgeber:innen sowieso, und die Politik, und das Publikum, und die Prominenz, die erst recht, ist das jemand, der nicht dabei ist, ich kann vor lauter Namen schon nichts mehr sehen, das Blatt ist voll beim Abtippen aller der Namen all der wunderbaren Menschen, die ihn alle lieben und ihm folgen, in Wort und Tat, und in Anwesenheit und nie in Abwesenheit, die hat er sich auch nicht verdient, er gibt für uns doch alles, sogar sein Blut und das Blut von Kindern, die er auf die Bühne stellt, die er uns vor die Herzen stemmt, das Blut ist Theaterblut, aber die Liebe und die Belehrung, die sind echt, die gehn rein, das gleicht einer Droge und alle sind sie in ihr drin, in der Droge, ich natürlich auch, auch ich und ich und ich und du und du und du und du und du und du und dich seh ich auch, ah wie schön, du bist auch da, wie wunderschön, dass alle da sind, alle sind da und schreiben ihre Namen in die Listen, die werden ausgeschickt und gebeten, auch zu unterschreiben, und sich zu freuen, dass man sich mit auf den Listen sieht, die der guten und edlen, der Mitmacher ohne Widerwillen, der guten Menschen, der Gutmenschen, die es wissen, die wissen, wie schlecht die Welt ist (scheiße hab ich grad getippt und wieder ausgetippt und weggewischt und wieder hineingewischt, weil harsche Worte dürfen, ja, dürfen auch mal sein, sie sind ja auch gegen die anderen, die, die der gute Gott, der Theatergott, unser Theatergott anprangert, liebevoll, wie sonst, das ist so seine Art), und die machen ALLE mit, wirklich ALLE. Mützen auf, Hände hoch, und ab auf die Bühne, tanzen, lachen, Welt verbessern, wie laden alle ein, WIR LADEN ALLE EIN, es ist ja auch Revolution, da darf man nicht zu Hause sitzen, da muss man auf den Platz, auf, mach Platz, kehrt, stramm getanzt auf der Party, auf der alle, also wirklich ALLE sind, auf der, die für ihn tanzt, die Party, die Partywelt der guten, die unterschrieben und unterzeichnet und ihren Kopf, mit und ohne bunte Mützen, hingehalten haben, und sie tun es noch, es tut so gut, so gut, dabei sein, endlich wieder dabei sein, endlich nicht elitär, sondern revolutionär, nur, warum kostet, ach, warum kostet meine Karte so viel, um dabei zu sein, ich wäre so gerne täglich dabei, lass mich dabei sein, bitte, lieber guter Gott, lass mich endlich immer bei dir dabei sein, ich lass es mir was kosten, nein, du, du lass er dir was kosten, du, lieber Gott, lad mich ein, lad mich endlich ein, ich kann es mir NICHT LEISTEN immer bei dir zu sein, aber ich wäre so gerne immer an deiner Seite, ich krieche vor dir, ich verbeuge mich, ich küsse deine Füße, guter Gott, guter Mann, Retter dieser Stadt, und ach, all diese wunderbaren Menschen, und so viele kluge auch, die alle dabei sind, an seiner Seite, Jünger des Guten und Edlen, die alles vereinen und alle beschützen, was gut ist, und verloren war, jetzt ist es wieder da, endlich wieder da, weil er da ist, er ist gekommen, er heilt uns und diese Stadt, auch wenn das Bild etwas schräg war, weil alles gebrannt hat am Tag Null, aber jetzt ist Tag x, und jetzt ist wieder alles gut, die Kinder haben geblutet, aber nicht echt, die Frauen schlitzen sich auf, morgen, oder war es nächste Woche, aber es ist auch nicht echt, sag das nicht, schreib das nicht, weißt du das, nein, also schreib es nicht, da ist alles ECHT, die meinen das so, die sind für dich da und schlitzen und schneiden sich für dich, DICH, und du bist so undankbar, so – nein, wir sind lieb mit einander, liebt euch, liebt euch und begehrt euch, vermehrt euch, und folgt ihm, IHM, dem Herrn der Güte, dem guten Herrn des guten Theaters, nein, das ist nicht gut, nein, aber Theater, Theater des Guten, so gehört es, endlich schreib ich es richtig, ich bin auch wirklich nicht bei der Sache, so geblendet bin ich von dem guten Gott, der uns die Stadt gesegnet hat, und eine andere davor auch, und noch eine, und noch ein Land und da, da sehe ich noch eines, das rettet er auch, die kommen und freuen sich auch und tanzen auch und tanzen mit und heben die Hand zum Gruße, ach, wie schön, alle heben die Hände, das erinnert mich, das erinnert mich, das erinnert mich, ach, an was wohl, diese schöne Hysterie, wie schön die ist, wie schön das ist, wenn als gemeinsam tanzen und die Hände heben, zum Gruß, zum Dank dem einen, dem EINEN, der da kam und sieht und hilft, weil er das kann, er hat auch wirklich wichtige Helferlein, den Mann der Frau, die ihn geholt hat, zum Beispiel, den hat die Frau dem GUTEN GOTT angetragen, vorgetragen, aufgetragen, kommt, nimm meinen Mann, den guten, klugen, der liest mir vor, der liest so gut vor, der liest so viel, der ist dabei in der Menge, die Menge wächst, die Menge klatscht, Farbenfroh, wenn auch in ganz bestimmten Farben, das muss schon klar sein, wir tanzen nicht in ROSA, wir tanzen für das Gute, nah und fern, wir liegen für das Gute vor euch, mit euch, wir liegen in einem großen, wirklich großen Bett, das Bett steht im Museum, das Museum ist aber zu, aber eben ein Museum, ein Museum im Umbau, ein Museum im Werden, gehören wir ins Museum, nein, dahin nicht, aber wir belagern es, wir lagern hier, wie legen uns hier vor euch hin, der gute Gott und seine Jünger:innen, die liegen alle mit im Bett, da gibt es Audienzen und Konferenzen, das Bett ist groß genug und die Menschen sind so viele, die alle ins Bett wollen, alle, die unterschrieben haben, wollen mit ins Bett, die wollen sich auch betten, hier liegen, einmal nur, einmal nur lass mich mit dem Gott, dem guten Gott, der die Welt von hier aus, wirklich von hier aus, von uns aus, mitten von uns aus, mitten und von und mit uns die Welt retten will, was heißt, will, er tut es ja, er tut es täglich, also bei dem wollen wir liegen, lass mich endlich in dein Bett, guter Gott, der du bist ein König, das Bett ist auch wirklich so groß wie das eines Königs, nein, Kaiser, nein Oligarch, nein, wieder falsch, ganz falsch, weil: der wäre ja böse, und er ist Gott der Kunst, nicht Oligarch der Künste, er ist Gott und nicht Ludwig XIV, auch wenn sein Bett so groß wie das andere, das alte, aber nicht Gold und schon gar nicht in einem Schloss ist, sondern im Museum, das Museum ist auch uns, dem Volk, dem guten Volk gewidmet, und das Volk ist es, das so gerne die Hände gebt, und so gerne tanzt und so gerne dankt und so gerne aufblickt zu IHM, jedenfalls zu EINEM, nie zu einer, nein, es musste schon ER sein, der da kam und uns belagerte, nein, eroberte, besiegte, mit Liebe besiegte, und jetzt regiert er, tagaus, tagein, täglich eine Audienz, täglich eine Feier, täglich eine Lobpreisung, und alle sind dabei, alle, alle, alle feiern mit, alle finden ihn einfach großartig, alle lieben den Meister, den Gott der Güte, den Gott der Kunst, der uns den Weg zeigt, ich bin so dankbar, so dankbar, dass er endlich da ist, und da ist noch jemand, der dankt, und hier, und da auch, und dort, hallo!, wie schön, dass du auch da bist, um ihm zu danken, wie wunderbar, dich hier zu sehen, wartest du auch, was keine Karte für heute Abend?, aber warum, heute fließt wieder Blut, echtes, oder Sperma oder Harn oder Spucke, muss auch sein, immer wieder wichtig, wenn es echt wird, auf der Bühne rinnt es und in uns rinnt es, die Tränen, die sind echt, ja, die sind jetzt echt echt, die kommen jeden Tag aus meinem Innersten, wenn ich all das Schöne sehe, und euch spüre, gebt mir eure Hände, ach die guten Kunsthände, die tun so gut, die sind nie feucht, nie schmutzig, immer wissend, immer heilend, da bin ich also, hi!, wie schön, hab ich dich schon begrüßt?, sorry, ich hab die Kontrolle verloren, so viele wunderbare Menschen, alle da, und ich seh sie und grüß sie und komm doch nicht rein, ich komm nicht rein, schon wieder zu teuer für mich, dabei soll ich doch, dabei bin ich doch eingeladen in die Community, in die Gemeinschaft, in die Gemeinde, die heilige Gemeinde, die holy union, und jetzt steh ich da und komm nicht rein, wieder nicht, wieder ausverkauft, ah, da, 35 Euro, 70 Euro ... jetzt sei nicht so, für den guten Mann, für den guten Gott kannst du da schon mal zahlen, für den ist das ein Pappenstiel, der heilt gerade die Welt und du willst das nicht bezahlen, du willst für den Abend mit echtem Blut nicht zahlen, du willst Sperma und Kot nicht bezahlen, nein, ich bin nicht undankbar, sag das nicht, nein, du auch nicht, und du schon gar nicht, es geht nicht, ich will, ich will, ich will, aber es geht nicht, ich martere mich, weil ich so versage, weil ich nicht meine Hand erhebe, weil ich nicht unter euch bin, weil ich heute Abend wieder allein sein werde, ohne den guten Gott, ohne seine heilende Hand, und da, da sehe ich ihn, er sitzt doch wirklich unter uns, er sitzt Mitte Mitte, nicht Loge, nein, mitten unter uns, wie wunderschön ist das denn, einer von uns, und ich seh das, wo seh ich das, ah, vom Stehplatz aus, oder vor dem Fernseher, und so weit, so weit weg von ihm, dem Heiler, und sein Bett, sein großes, schönes, sein Königsbett ist gemacht, aber nicht für mich, und ich leide und ich weine, weil alles so gut ist und ich bin so weit weg und hebe meine Hand, müde ist die geworden, weil ich sie immer hebe, wenn ich ihn sehe, und immer hebe, um sie im Taumel gegen die andere zu bewegen, um zu klatschen, zu applaudieren, zu danken, laut zu danken, dafür, dass er da ist, dass sie ihn geholt hat, die gute, die ihren Mann nie fallen lässt, immer an die Besten heranführt, wie es Göttinnen eben tun, immer heranführen, ohne jede Begehrlichkeit, sie ist ja nicht Zeus, sondern Zeugin, Zeugin der Herkunft, nein, der Ankunft des guten Gottes, der jetzt da ist, eingeladen von ihr, lange schon, wirklich lange hat das gedauert, bis er endlich ja gesagt, hat, und ja, ich komme, ich eile, ich fliege, weil ich bin Gott, zu euch, und ich heile eure Stadt, ich verbrenne nur demokratisch und theatralisch, nein, eigentlich nur medial, weil in der echten Welt, und um die geht es ja, in der bin ich ein Heiler, da heile ich alles, und alle, komm herbei, du kranke Seele, komm in mein Bett, dann heile ich dich auch, nein, ins Bett können doch nicht alle, das erlaubt der Hofstaat nicht, und die Zeugin nicht, die jene zeugt, die sich nähern dürfen, um Zeugnis zu geben, aber du kannst ja eine, ja, die kannst du kaufen, die Karte, oh nein, die ist nicht mehr da, da ist keine Karte mehr, die ist doch echt, also echt, jetzt ist auch die letzte Karte um 75 Euro schon weg, weggekauft von den Jüngern, und Jüngerinnen, obwohl ja nicht alle jung sind unter uns Anhänger:innen, nicht jung, aber Jünger:innen, die sind wir, und wir lieben dich, und wir kommen wieder, morgen, an den Bett, guter Herr der Güte, wir kommen wieder – morgen. --- Ein Thema, das mich seit Langem beschäftigt, ist das des "Missbrauchs" des Begriffs "Machtmissbrauch". Oder anders gesagt: Machmissbrauch ist nicht gleich „alte weiße Männer“ misshandeln Frauen (und auch Männer und ...). Machtmissbrauch ist auch, wenn Frauen andere Frauen wie Shit behandeln. Und sie tun es. Die Torte „Machtmissbrauch“ ist also weit höher, fetter und stückchenreicher, als es uns gut gemeinte female made Jugenddokus in leichter Sprache über alte Bösewichte glauben machen wollen. Und „die Medien“ und die „sozialen Medien“ oben drauf. Wo man draufsteigen kann, und alle verstehen es, ist das Leben eben einfach. Also steigen wir auf die, belegbar bösen, „alten weißen Männer“, wer immer sich da dann angesprochen fühlt. Alte weiße Frauen in Machtpositionen, die auch mal jung – und vermutlich dann auch schon nicht ganz die Netten – waren, sind also gut aus dem Schneider. Nur leider hakt dann das Bild von der Torte, und das Rausschneiden von immer nur der einen Scheibe macht die Torte Missbrauch eben nicht kleiner, schimmeliger jedenfalls, aber nicht kleiner. Bei der kürzlich erwähnten Podiumsdiskussion über mächtige Frauen war dann ja auch eine dieser „ungelesenen“ Frauen in Machtpositionen am Wort. Sie hatte auch wunderbare Worte über „Empowerment“. Und dass man als Frau in einer Machtposition andere Frauen „sichtbar machen muss“. Und fördern. Und das Gespräch suchen. Sie suche das Gespräch (wenn man es wolle). Sie biete es an, vorher, zwischendrin, danach ... Sie würde ihre Mitarbeiterinnen auch anderen vorstellen, also – eine dieser ewig fahlen Forderungen – „Netzwerke“ aufbauen für andere, mit anderen ... nun denn, die Realität sieht dann anders aus: --- "Empowerment my ass" Erstgespräch, die künftige Mitarbeiterin bittet herzlich darum. Es wird genehmigt. 45 Minuten in einem Neubauer Café, kurz und bündig. Die Machtfrau hat der „Unterfrau“ nicht viel zu sagen, die Eckdaten eben. Wie viele Projekte, was zu tun ist ... der Rest: Heimarbeit über Monate, einsam, kein Kontakt, kein wohlwollendes Hallo, kein „Geht es Ihnen gut, alles in Ordnung?“ ... nichts. Heimarbeit, natürlich unangestellt. Selbsversichert, was sonst, wir sind im Prekariat. Auch bei Millionenfestivals, wir, die „Untermenschen“ unter den Machtmenschen, die Menschen unter dem Radar, die Unsichtbaren an den Heimapparaten. Die Miete, der PC, die Telefonate, Zoom, Adobe und und und ... wird alles selbst bezahlt von der Heimarbeiterin. Die Steuer: eh klar ... Was bleibt bei 12 Projekten: rund 450 Euro pro ... Irgendwann in all der Einsamkeit bittet die Heimarbeit um so ein, frech auch, Zwischengespräch, würde sich freuen zu erzählen, wo sie steht, wie es bei den Recherchen geht. Die Mächtige lehnt ab: Nein, ein Treffen brauche es nicht – man arbeitet ja nur ein viertelhalbes Jahr zusammen, remote. Was treffen, wofür, auch noch eine Unterfrau? Sicher nicht ... es reiche, wenn die Mitarbeiterin, die remote, Recherchen schicke, die Machtfrau sucht dann aus, H&M-Text-Stange, was sie braucht, sie markiert das auch, mit gelben Balken. Das muss genügen. Die Remote-Arbeiterin arbeitet weiter, einsam, eigene Verantwortung, eigener PC, K-ein Eigenheim. Miete muss bezahlt werden. Miete geht sich mit der Gage zumindest für 5 Monate aus. Essen dann schon nicht mehr. Das Festival kommt näher. Ob man vielleicht ... NEIN! Bloß nicht aus der Remote-heit in die Festivalstadt kommen. Man bittet die Unterfrau, JA NICHT ZU KOMMEN! Man zahle keine Reise, keine Unterkunft – man wüsste auch gar nicht, wo sie unterkommen sollte. Das koste ja auch für die 4 Wochen mehr, als ihr „nach Steuer“ bleibt. Stimmt. Denkt die Arbeiterin. Und sorry, dass ich ... also keine Reise in die schöne kleine Stadt, über die die Fremdarbeiterin eigentlich, also eigentlich, also ... eigentlich so viel schon gearbeitet hat. Unbezahlt, weil wissenschaftliches Prekariat (nur falls jemand jetzt nachfragt). Zuhause bleiben, ist ja auch heiß im Sommer. Sitzen bleiben in der Einsamkeit. Nur nicht kommen. Man will sie nicht sehen. Sie ist zu alt zum Vorstellen – nein, nicht „alt gelesen“, sondern echt alt. Das ist die Machtfrau auch, also „alt gelesen“, aber Macht ist besser als Alt ... und wer will schon eine GLEICH ALTE vorstellen, wem auch, den „alten weißen Männern“? Die suchen anderes ... also nein, bleib zu Hause, Mütterchen. Mietwohnung. Auch gut. Jemand bietet der Remotlerin dann an, weil gnädig, jemand aus einem mächtigen Haus, anderswo, Deutschland? ..., man könne sie ja, wenn sie doch, illegal, komme, also hinfahre in die edle Kleinstadt, „hineinschmuggeln“ in eine noch edlere Generalprobe. Schmuggeln!!! Also einschleichen in das System „reich und schön“. Will sie das, die alt gelesene, verarmte Remotlerin? Sie denkt ehrlich nach, sie wäre so gerne – sie hätte so gerne – sie würde so gerne ... zumindest ETWAS sehen, nicht gesehen werden, aber etwas sehen, für das sie monatelang allein, unsichtbar, gearbeitet hat, geschuftet, nennen wir es so, wir sind ja auch ARBEITERINNEN ... Aber dann sagt der Bauch nein, diese Scham geht dann doch nicht, geschmuggelt will sie nicht werden. Und wer zahlt auch die Reise? Die Mächtige aber sagt nicht danke, nie. Stellt nicht vor. Holt nicht „ans Licht“. Vernetzt nicht. Trifft nicht. Dankt nicht (ich wiederhole mich). Schätzt nicht. Empowert nicht ... nichts. Nicht. NEIN! Nur keine Gleichalte, wie ekelig. Die Mächte sitzt also am Podium unter lauter Mächtigen und erzählt davon, wie schön es ist, ihre Macht zum Wohle anderer leben zu dürfen. Wo sind die? Obenauf. Über ihr? Neben ihr? Aber nicht unter ihr. Die Unsichtbaren, die Remoten, die Armutschgerln und – frei nach Paulus Manker – „AMS-Asseln“ des Systems, die sollten unter den Brettern bleiben, Kakerlaken hat auch schon einmal ein anderer Regisseur (männlich, weiß, fast alt) genannt. Kakerlaken bleiben unsichtbar. Kakerlaken gehören behandelt. Aber nicht gefördert. Das ist auch ein Stück von der Torte „Machtmissbrauch“. Wer schneidet endlich auch diese Stück an? Wer verteilt sie? Wer beißt mutig hinein. Wer spukt es endlich aus? Wir, die wir auf keinen Fall ein Stück davon bekommen, weil wir zum Gastmahl nie eingeladen sind, können es nur schwer. Also liebes System: Raus mit dem Messer und ran an die geile Sahne ... --- Alt gelesen Es wird viel vom "Gelesenwerden" gesprochen, und das ist wichtig. Nicht jede:r:, die:der sich einem Geschlecht zugehörig fühlt, wird auch von anderen zu diesem "gerechnet", to read somebody, also jemanden als etwas (anderes) lesen, geht nicht immer mit deren:dessen "passing" einher, also der "Akzeptanz" (wie passiv ist das eigentlich schon wieder!?) in der von ihr:ihm als "eigene" empfundenen "Gruppe". Ausgehend davon könnte man auch das Thema Altersdiskriminierung neu zur Diskussion stellen, denn auch Menschen, die auf dem "Papier" dieses oder jenes Alter "erreicht" haben, sehen sich diesem - emotional, körperlich, psychosozial - nicht zugehörig, wollen also nicht von jung zu alt "gelesen" werden. Und doch passiert es. Gilt hier kein "passing" von vor allem jüngerer Seite, hier gilt ganz deutlich: Alt ist alt. Und wer alt ist, gehört nicht dazu ... zuur Jugend, zum Diskurs, zur Moderne ... Da helfen, ähnlich wie beim "passing", wenn es um das Geschlecht geht, kaum je irgendwelche Methoden, sich jünger zu machen oder auch noch so vehement dagegen anzugehen, Do NOT READ ME OLD! - es hilft nichts. Alt bleibt alt. Für die jungen. Hier wäre es so wichtig, dass Forderungen, die für eine Gruppe, eine Generation geltend gemacht werden wollen, auch für andere gelten. Am besten für alle. Ansonsten herrscht auch weiterhin Diskriminierung. --- Vier Frauen an der Macht. Ein Power-Dramolett Vier Frauen sitzen auf einem Podium und sind sichtbar mächtig. Frau 1: Herzlich willkommen. Ich darf mich vorstellen: Ich bin total mächtig. Ich war davor sehr mächtig. Und davor war ich auch mächtig. Davor hab ich auch gearbeitet. Ich freue mich so, heute hier zu sitzen und mächtig zu sein. Ich darf meine Gäste vorstellen: Frau 2, du - wir sind per Du, wir sind ja eine Theatefamilie - bist ja auch sehr mächtig. Du bist total jung und mächtig, du bist Intendantin, und dabei bist du ... schwarz (niemand im Raum wiederspricht, auch die Frau, die angesprochen ist und aus Deutschland kommt). Frau 2: Ich danke dir, ja ich bin mächtig. Und jung bin ich auch noch. Es ist einfach toll, so mächtig und dabei soooo jung zu sein. Frau 1: Du (sie wendet sich mit blondem Lächeln an Gast 3) bist etwas, hm, älter, aber du warst auch bis vor Kurzem super mächtig. Total mächtig. Ich freue mich so, mit dir auf diesem mächtigen Podium sitzen zu dürfen. Frau 3: Ja, ich war - bin - auch totalmächtig und es ist herrlich. Aber ich hab das wirklich NIE ausgespielt. Frau 1: Machte es dir eigentlich etwas aus, dass du, obwohl du Direktorin warst, nie auf den Führungspodien eurer Institution sitzen durftest? Frau 3: Ach, das war ja schon immer so, das wusste ich ja ... (niemand würgt). Frau 1: Als letzten Gast darf ich eine ganz, GANZ mächtige Frau vorstellen. Du bist ja so super mächtig! Ich freue mich so, dass du heute bei uns bist! Frau 4: (wirft geschmeichelt eine Locke aus dem Gesicht) Ah, im "Zentrum des Bösen" (alle am Podium lachen) ... ich bin in Wirklichkeit ja gar nicht sooo mächtig ... Frau 1: (mit Emphase) Na, na, na! Das seh ich nicht so, du BIST total mächtig, du vergibst ja die Gelder an Institutionen wie unsere, die großen und mächten. (Sonst hätte ich dich auch nicht heute eingeladen, also no no, please). Die vier mächtigen Frau haben sich nun also wortMÄCHTIG vorgestellt. |