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Konsumzwang
Der Zwang zum Konsum ist ein Zwang zum Gehorsam gegenüber einem unausgesprochenen Befehl. Jeder steht unter dem entwürdigenden Zwang, so zu sein, wie die anderen: im Konsumieren, im Glücklichsein, im Freisein. Denn das ist der Befehl, den er unbewusst empfangen hat und dem er gehorchen 'muss', will er sich nicht als Außenseiter fühlen. Nie zuvor war das Anderssein ein so schweres Vergehen wie in unserer Zeit der Toleranz.
Pier Paolo Pasolini, zit. n. www.heise.de

Konsum-Individualismus
Wenn man sich die Stellenanzeigen anschaut, wird klar, dass echte Individualisten oder Eigenbrötler gar nicht gesucht werden. Man hat ein flexibler, mobiler, kommunikationsfähiger Teamworker in der Arbeit zu sein und kann als "Konsum-Individualist" in der Freizeit seinen individuellen Neigungen folgen. Der Konsum-Individualismus stellt natürlich nur eine Schein-Individualität dar, da sie sich nur auf wenige Auswahl-Parameter bezieht. Mein Haus, mein Sportwagen, meine Yacht. Das Subjekt ist in der Arbeit außer sich, im Konsum bei sich, um Marx zu paraphrasieren.
www.heise.de Schein-Individualität Die ideologische Meisterleistung des Kapitalismus besteht darin, dass den Leuten die Unterordnung in gesellschaftliche Beziehungen als individuelle Freiheit "verkauft" wird: man ist so frei, seine Haut oder sein Bewusstsein zu Markte zu tragen und dafür Waren kaufen und verbrauchen zu dürfen. Die Schein-Individualität bedeutet, dass buchstäblich Millionen von Menschen die gleichen Waren konsumieren mit der Vorstellung, dabei etwas Individuelles, sie Auszeichnendes zu tun: "die Masse", das sind immer die anderen.
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